Gartenweg Mosaik aus Kieselsteinen - Lilienweg Blog

Gartenweg Mosaik aus Kieselsteinen

Unser alter Gartenweg

Der alte Gartenweg

Unser Kleingarten hat eine sehr klassische Aufteilung mit einem direkten Zuweg von der Gartenpforte zum Haus. Seit der Übernahme war dieser mit den üblichen Gehwegplatten aus Beton im Format 50×50 cm ausgelegt.

Für uns ein praktisches, aber aus gestalterischer Sicht immer ein nicht so schönes Element. Zum Einen empfinden wir das Format von 50×50 als nicht besonders harmonisch, zum Anderen empfanden wir die Optik des Weges immer vergleichbar mit der einer Autobahn.

Also haben wir uns seit dem letzten Jahr daran gemacht diesen Weg unseren Vorstellungen entsprechend um zu gestalten.

Die Idee

Mosaik Impression aus Portugal

Mosaik Impression aus Portugal

Schon während der Zeit im Gartenlandschaftsbau hatte ich verschiedenste Wege als Mosaik angelegt. Doch beschränkte sich die Ausgestaltung meist auf die klassischen Rundbögen mit Granit Kleinpflaster oder einer Kombination aus rotem Klinker und Granitpflaster.

Bei unseren ersten Reisen ins Ausland entdeckten wir verschiedene Mosaikformen, die wesentlich verspielter und schöner wirkten.

Das erste Beispiel fanden wir in Marokko. Weitere Bespiele sahen wir dann in Portugal und auch in China. Diese liebevolle Art mit einem Weg umzugehen, die verschiedenen Muster und kleinen Elemente hatten uns in ihren Bann gezogen. Warum fanden sich solche Mosaike so selten oder fast nicht mehr in unserer heimischen Landschaftsgestaltung?

Hier reifte die Idee, das wir später einmal in unserem eigenen Garten selbst mit einem Mosaikpflaster arbeiten wollten.

Vom Wunsch zur Idee

Ein Entwurf für den Teppich als Gartenwegmosaik

Ein Entwurf für den Teppich

Lang haben wir unsere Bilder aus den Urlauben sortiert und überlegt, welche Muster wir verwenden wollen. Als wir dann auf die Arbeiten von Jeffrey Bale  gestoßen sind, hatten wir eine tolle Vorlage für unsere Ideen. Entsprachen seine Arbeiten doch genau unserem Wunsch den Weg als Erweiterung unsere Gartenhauses und als zusätzlichen Freiraum gestalterisch zu erhöhen.

Das erste Problem das es zu lösen galt war die Beschaffung des Materials. Welche Steine sollten wir verwenden? Nach diversen Besuchen in verschiedenen Baumärkten und Gartencenter schieden die dort angeboten Steine für uns aus.

Waren diese doch wunderbar intensiv in der Farbe, war der Preis für die meist importierten Kiesel für uns zu hoch. Zudem war es immer unser Bestreben Lösungen mit lokalen Mittel zu schaffen, um so ein Verbindung zu umgebenden Landschaft herzustellen.

Bei einem Natursteinhandel wurden wir dann fündig. Moränenkies wie er vielfach an den Gründen von Flüssen oder teils auch direkt in der Landschaft gefunden wird stellte das ideale Ausgangsmaterial für unsere Arbeiten dar.

Also mieteten wir uns einen LKW – wofür nutzen Männer einen Kleingarten? Natürlich um große Maschinen zu fahren! – und schafften damit zwei Tonnen Moräne-Großkiesel (30/50) in unserem Garten.

Die Farben des Mosaiks

Die Steine liegn im Garten und müssen sortiert werden

Die Steine liegn im Garten und müssen sortiert werden

Um nun unsere angestrebten Gartenwegmosaike zu erreichen, war es notwendig den bunten Moränenkies so gut es geht nach dem Vorkommen der einzelnen Farben zu sortieren.

Eine Aufgabe, die uns das ganze letzte Jahr beschäftigt hat. Konnten wir noch im Natursteinhandel schnell verschiedenste Farben ausmachen, gestaltete sich dies dann doch beim Sortieren als weitaus schwieriger.

Durch Abbau und Transport hatten die Steine einen feinen Lehm- oder Tonüberzug. Die Steine mussten also nass sein, damit diese ihre Farbe preisgaben. Also mussten wir die Steine zum Sortieren mit Wasser aus der Gießkanne feucht halten. Was auch bei warmen Wetter schnell zu einer unangenehm feuchten und matschigen Angelegenheit werden konnte.

Sortiert und in Kisten verpackt

Sortiert und in Kisten verpackt

Auch das Licht am Tage ist dabei ein nicht zu unterschätzender Faktor. Bei zu starker Sonneneinstrahlung gaben die Steine trotz Benetzung mit der Gießkanne nur schwerlich ihre Farbe preis. Zudem wollten auch die Augen nach gut eineinhalb bis zwei Stunden nicht mehr wirkliche Farbunterschiede erkennen.

Zum Ende des Jahres hatten wir es aber geschafft und die verschiedenen Farben Schwarz, Weiß, Gelb, Grau, Braun, Rot und Grün lagen fein säuberlich sortiert in alten Obstkisten auf unserer Terrasse.

Die Vorbereitung

In diesem Jahr haben wir dann damit begonnen die alten Gehwegplatten auf zu nehmen und die Fläche für unsere Gartenweg Mosaike vorzubereiten.

DIer Platten sind weg der Bauweg ist gelegt

DIer Platten sind weg der Bauweg ist gelegt

Als wir unseren Kleingarten übernommen hatten entdeckten wir beim Aufräumen desselben fünf alte Stahlbetonplatten, die eine schöne Optik und Patina hatten. Lange haben wir diese im Garten gelagert, weil wir diese noch einmal bei einem Projekt mit einsetzen wollten.

Nun kam ihr großer Auftritt. Um den Weg in einzelne Felder zu untergliedern und diesen durch Querelemente seines schlauchartigen Charakters zu entheben verwendeten wir die Platten als Trenner zwischen den einzelnen dadurch entstandenen fünf Segmente.

Da uns klar war das wir den Weg sicherlich nicht an einem einzigen Tage legen könnten, nutzen wir die alten Gehwegplatten locker in den Sand gelegt als „Baustraße“. Erstaunlicherweise fanden viele schon diese Lösung als schön und fragten uns, ob wir das so lassen wollen und lediglich vorhätten die freien Bereiche mit den Natursteinen auszufüllen.

Als wir dann dann unser Vorhaben erklärten bekamen wir meist nur ungläubiges Kopfschütteln. So ein Gartenwegmosaik gab es doch nirgends. Also war es demnach auch nicht möglich.

Auch bei uns gab es immer wieder die Frage, ob später die Mosaike und Farben überhaupt erkennbar wären.

Der erste Versuch

Erste Arbeiten mit dem Material

Erste Arbeiten mit dem Material

Obgleich schon einige Erfahrung mit Pflasterung von Wegen und Mosaiken vorlagen, war dies doch eine neue Herausforderung. Die Steine haben alle eine unterschiedliche Größe und Beschaffenheit.

Also begannen wir mit dem kleinsten Feld und einem recht einfachen Mosaik.

Als Erweiterung der Terrasse, die wir schon gleich zu Beginn unseres Kleingärtnerdaseins mit alten Betonplatten im Format 30×30 ausgelegt hatten, übernahmen wir das dort vorgegebene Muster.

Also legten wir die Linien der Plattenfugen abwechselnd mit schwarzen und weißen Steinen. Die verbliebenen Felder von 30×30 cm füllten wir jeweils mit einer Farbe aus.

Nachdem wir das erste Feld fertiggestellt hatten, konnten wir nun anhand der Arbeitszeit besser Abschätzen wie lange wir zum Ausfüllen der einzelnen Segmente benötigen würden.

Nach Abschluss des ersten Feldes stellten wir auch fest, das die Legerichtung der einzelnen Steine einen starken Einfluss auf das spätere Bild ergab. Hatte doch jeder „nach Gusto“ die einzelnen Felder ausgefüllt. Mal parallel zu einer weißen oder schwarzen Linie, mal spiralförmig von Außen nach Innen, mal eben so wie die Steine uns in die Hände fielen.

Dieses „wilde“ Legemuster passt sich aber dennoch ganz wunderbar an unsere Terrassenfläche, da wir auch hier Betonplatten unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Färbung zusammengelegt haben.

Das zweite Feld

Der erste Teppich ist als Gartenweg Mosaik fertiggestellt

Der erste Teppich ist fertig

Nun war die Zeit gekommen sich an die nächste Herausforderung zu wagen. Es sollte ein Teppich nach persischem Muster werden. Hier mussten wir auch feststellen, das aufgrund der verwendeten Steine manch filigraner Musteransatz sich nicht umsetzen ließ. Das machte uns die Arbeit etwas einfacher.

Besondere Herausforderung hierbei waren zum Einen der verwendete Beton in den wir die Steine zwecks der Frostsicherheit setzten, zum Anderen die Gartenverordnung mit ihren Zeiten.

Brachten wir eine zu große Fläche mit Beton aus begann dieser doch gegen Ende unser Arbeiten mit dem abbinden. Hier galt es nun lieber öfter kleine Flächen zu legen, als sich mit einer großen Fläche in unnötigen Stress zu bringen.

Für das zweite Feld benötigen wir für die gut zwei Quadratmeter fast 8 Stunden. Nun sind wir in einem Kleingarten und nicht auf einer Baustelle. Wir ließen uns also nach jedem gelegten Abschnitt genug Zeit, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Leider aber hat man diese Zeit im Kleingarten nicht, da am Sonnabend schon ab Mittags Ruhezeiten herrschen. Nun darf man wohl ein wenig hämmern und klopfen, aber wir hatten doch die Besorgnis mit hellen Klang der Hämmer auf die Steine einen Gartennachbarn gegen uns auf zu bringen.

Zum Glück haben wir wirklich nette Gartennachbarn um uns herum, die uns unsere manchmal etwas verrückten Ideen gerne verzeihen und sich danach mit uns über das Ergebnis freuen.

Das vierte Element

Der fertige zweite Tepich als Gartenweg Mosaik

Der fertige zweite Tepich

Die Mitte des Weges haben wir erst einmal ausgelassen, hier wollten wir ein besonderes Highlight schaffen. Nur waren wir uns noch nicht klar darüber was es sein sollte und wie wir es umsetzen könnten.

Also wendeten wir uns erst einmal dem vierten Feld der fünf Segmente zu.

Um nun nicht ein wildes Sammelsurium aus Mosaiken in unserem Weg zu schaffen, wiederholten wir kurzerhand das Teppichmuster des zweiten Segments. Spielten hier nur ein wenig mit Variationen von Farben und Mustern.

Die Mitte des Weges

Der achtbeinige Sleipnir ist fertig

Der fertige, achtbeinige Sleipnir

Wie oben erwähnt wollten wir für die Mitte des Weges ein besonderes Element schaffen. Nach den ersten drei Segmenten trauten wir uns nun auch schon komplexere und figürliche Muster zu.

Was kann nun also die Mitte unseres Gartenweges als Mosaik zieren? Ein Schmetterling? Ein Drachen oder ein Eichhörnchen?

Nun wir wollten natürlich wieder etwas das kein anderer hat und zudem vielleicht noch einen lokalen und kulturellen Bezug hat.

Bei der Recherche nach einem geeigneten Bild stießen wir auf eine alte Steinritzzeichnung auf welcher der germanische Gott Odin auf seine achtbeinigen Pferd Sleipnir reitend dargestellt wird.

Sleipnir – ein achtbeiniges Pferd! Genau das war die Idee nach der wir gesucht hatten. Um uns die Arbeit zu erleichtern schuf meine Frau eine eins zu eins Vorlage aus Papier, die wir als Schablone verwenden konnten.

Für die Umsetzung mussten wir uns Urlaub nehmen, da wir insgesamt zwei Tage für die Pflasterarbeiten benötigten. Wir wollten nicht über eine Woche einen halben Weg im Garten liegen haben. Zudem bestand auch ständig die Gefahr, das das nächste Wochenende verregnet sein könnte und sich so die Arbeiten in die Länge zögen.

Der krönende Abschluss

Zwei Lilien als Gartenwegmosaik aus Kieselsteinen

Das letzte Stück ist fertig

Ein letztes Feld war noch übrig. Von der Größe her ähnlich der des mittleren Segments im Weg. Dieses Feld bildet den Eingangsbereich zu unserem Garten an der Gartenpforte. Also wollten wir auch hier Thematisch etwas besonderes schaffen um den Besucher gleich mit einem schönen Bild zu begrüßen.

Da unser Garten im Kleingartenverein Steintormasch im Lilienweg liegt war die Entscheidung schnell gefallen.

Wir wollten eine Lilie nach dem Vorbild der heraldischen Lilien schaffen. Ein royaler Auftakt für unseren Garten.

Eine einzelne Lilie hatte immer ein wenig das Problem, das ihre Spitze entweder auf den Besucher oder unser Haus zeigt. Diesen optischen Nachteil konnten wir wunderbar ob der Größe des Feldes dadurch ausgleichen, indem wir gleich zwei Lilien pflasterten, die sich mit ihren Spitzen gegenüber stehen.

So langsam begann sich unsere Arbeit dadurch zu erschweren, das uns die notwendigen Mengen der einzelnen Farben ausgingen. War die ursprüngliche Idee mindestens eine rote Lilie zu schaffen der Lösung einer gelben und weißen Lilie gewichen.

Flexibilität ist ein wichtiger Baustein, wenn ein solchen Vorhaben mit begrenzten Mitteln umgesetzt werden soll.

Auch hier hatte meine Frau für die Umsetzung eine Schablone aus Papier geschaffen, wie wir beim Pflastern als Vorlage nutzten.

Das Ergebnis

Unser Gartenweg ist nun eine Augenweide für unseren Garten. Immer wieder ertappen wir uns dabei wie der Blick von der Terrasse auf Gartenweg fällt. Durch Steine und ihre Anordnung kommt immer schnell Urlaubsstimmung bei uns auf. Kommen doch durch die gepflasterten Flächen viele Bilder, die wir in unserer Erinnerung an ferne Länder mit uns tragen.

Durch das von uns verwendete helle Fugenmaterial, das wir zum Abschluss noch verwendet haben, lässt den ganzen Weg hell und mediterran erscheinen. Wenn auch dadurch leider so manches Bild ein wenig an Intensivität verloren hat.

Wie zu erwarten war eröffnet der Gartenweg seine volle Schönheit, wenn dieser durch den Regen befeuchtet ist. Nun ist Regen in unseren Breiten nicht selten und dieses Zauberkunststück unseres Weges erfreut uns jedes mal aufs neue.

 

 

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