Alte Apfelsorten - Lilienweg Blog

Alte Apfelsorten

Tafel einer alten Apfelsorte

Lange hatten wir uns nach der Übernahme des Gartens schon gefragt, welche beiden Apfelsorten uns in unserem Garten jedes Jahr mit einer recht annehmlichen Ernte erfreuen.

Eigentlich hatten wir angenommen einige der wenigen zu sein, die sich für die Bestimmung ihrer Apfelbäume interessieren. So waren wir nicht schlecht erstaunt, daß sich am Tag des Apfelfestes auf dem Lindener Berg, eine recht lange Schlange am Stand der Pommologin gebildet hatte.

Nicht nur andere Gartenbegeisterte brachten ihre Äpfel zur Bestimmung vorbei, sondern auch rechte Apfelbesessene hatten von ihren Streifzügen durch das niedersächsische Land Äpfel von Straßenbäumen, verlassenen Gärten und Gehöften zur Bestimmung mitgebracht.

Auch wenn warten nicht unbedingt unsere größte Passion ist, so waren wir doch angenehm überrascht, das die Wartezeit mit interessanten Informationen zu alten Apfelsorten und so mancher Verköstigung mittlerweile vergessener Apfelsorten versüßt wurde.

So lernten wir, das durch die Nazizeit eigentlich nur wenige Apfelsorten, die als „für die Volksversorgung geeignet“ klassifiziert wurden hätten überleben dürfen. Eben die Sorten, die heute noch die größte Anzahl der Apfelbaumpflanzungen ausmachen.

Basierend auf diesen „Lehren“ wurden nämlich auch in den Folgejahren nach dieser Zeit weiterhin die nun bekannten Sorten weiter veredelt und angepflanzt.

So ist es heute der unermüdliche Arbeit einiger unverdrossener Apfelfreunde zu verdanken, daß wir immer öfter wieder in den Genuss längst vergessener Apfelsorten kommen können. Natürlich liegen diese oft abseits der von den Kaufhausketten vorgegebenen optischen Norm, an die wir nach und nach gewöhnt wurden. Aber dafür liegen diese alten Sorten oft auch Geschmacklich weit von diesen Industrieäpfeln entfernt.

Nun unser Ergebnis war zufriedenstellend und ernüchternd zu gleich: In unserem Garten befindet sich ein Apfelbaum der Sorte „Boskop“ worüber wir uns sehr gefreut haben, da dieser Apfel herrlich zum Kuchenbacken und herbstliche Gerichte zu nutzen ist.

Der zweite Apfel ist ein Baum der Sorte „Cox Orange“. Leider ein sehr anspruchsvoller Baum hinsichtlich Pflege und Standort – somit eigentlich nicht für unseren nassen, kalten Garten geeignet – dazu leider auch nicht sehr Schädlingsresistent. Was wir beim Einfall der Apfelgespinnstmotten schmerzlich erfahren durften. Dazu entschädigt einen dieser Baum aber mit wirklich wohlschmeckenden Äpfeln. Ein toller Tafelapfel, der aber schnell gegessen werden muss, da er sich nicht so sehr zum Lagern eignet.

 

Hier noch ein paar Infos zu Äpfeln:

Saft aus eigenen Äpfeln
Mosterei Gestorf, Gografenwinkwl 4, 31832 Springe-Gestorf

Veredelung eigener Obstbäume
Südflora Peter Klock, Stutsmoor 42, 22607 Hamburg, www.suedflora.de

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